Vereinigtes Königreich: Ein ehrgeiziges Gesetz für eine tabakfreie Generation
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Das Vereinigte Königreich steht kurz davor, einen bedeutenden Schritt im Kampf gegen das Rauchen zu machen. Das Parlament prüft derzeit den Tobacco and Vapes Bill, einen ehrgeizigen Gesetzentwurf, der vorsieht, den Verkauf von Tabak an Personen zu verbieten, die ab dem 1. Januar 2009 geboren sind. Das Ziel ist klar: schrittweise eine „tabakfreie Generation“ zu schaffen.
Am 9. März hat der Gesetzentwurf mit seiner dritten Lesung im House of Lords eine wichtige Etappe genommen – die letzte Gelegenheit für diese Kammer, Änderungen vorzuschlagen. Der Text muss nun ins House of Commons zurückkehren, wo die Abgeordneten die Änderungen des House of Lords prüfen werden, bevor das Gesetz endgültig verabschiedet wird.

Ein neuartiger generationenbezogener Ansatz
Im Gegensatz zu herkömmlichen politischen Maßnahmen, die lediglich ein Mindestalter für den Kauf von Tabak festlegen, führt dieses Gesetz einen generationenbezogenen Ansatz ein. Konkret wird das gesetzliche Mindestalter für den Kauf von Tabak jedes Jahr um ein Jahr angehoben.
Das bedeutet, dass Personen, die im Jahr 2009 oder später geboren wurden, niemals legal Tabak kaufen dürfen werden – auch nicht als Erwachsene. Diese Strategie soll die Zahl der Raucher*innen in der Bevölkerung schrittweise senken, ohne erwachsenen Menschen, die derzeit Tabak konsumieren, diesen abrupt zu verbieten.
Schutz der jungen Generationen
Der Gesetzentwurf umfasst zudem weitere Maßnahmen zum Schutz junger Menschen, darunter eine strengere Regulierung von E-Zigaretten und nikotinhaltigen Produkten. So sieht er beispielsweise die Möglichkeit vor, bestimmte Aromen, Werbung oder die Präsentation von Vapes zu begrenzen, um ihre Attraktivität für junge Menschen zu verringern.
Diese Initiative stützt sich auf eine in der öffentlichen Gesundheit gut bekannte Erkenntnis: Die Mehrheit der Raucher*innen beginnt vor dem Erwachsenenalter mit dem Tabakkonsum. Indem der Zugang zu Tabak und Nikotin für neue Generationen eingeschränkt wird, hoffen die Behörden, den Einstieg in den Tabakkonsum zu verhindern und seine gesundheitlichen Folgen dauerhaft zu verringern.
Eine Maßnahme, die andere Länder inspirieren könnte
Der im Vereinigten Königreich vorgeschlagene Ansatz entspricht den Zielen der Strategie Tabakfreies Luxemburg, die darauf abzielt, junge Menschen vor dem Einstieg in den Tabakkonsum zu schützen und schrittweise eine Gesellschaft aufzubauen, in der Tabak nicht mehr zur Norm gehört.
Sollte das Gesetz endgültig verabschiedet werden, würde das Vereinigte Königreich zu einem der ersten Länder der Welt werden, das ein generationenbezogenes Tabakverbot einführt. Dieser ambitionierte Ansatz zeigt, dass eine tabakfreie Generation ein erreichbares Ziel ist. Vor allem unterstreicht er, wie wichtig es ist, früh zu handeln, um junge Menschen zu schützen und den Einstieg in den Tabakkonsum zu begrenzen.



