COP11: Ein entscheidender Moment zur Stärkung des weltweiten Kampfes gegen den Tabakkonsum
- loupoirrier5
- 17. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Vom 15. bis 22. November fand in Genf die elfte Konferenz der Vertragsparteien (COP11) zum WHO-Rahmenübereinkommen zur Eindämmung des Tabakkonsums statt. Über 1.400 Delegierte aus 162 Vertragsparteien, internationalen Organisationen und der Zivilgesellschaft, kamen zusammen, um die weltweiten Maßnahmen gegen den Tabakkonsum zu beschleunigen und die Fortschritte seit Inkrafttreten des Vertrags vor 20 Jahren zu bewerten.
Die COP11 stand unter dem Motto „20 Jahre Wandel – Generationen vereinen für eine tabakfreie Zukunft“. Sie legte einen klaren Fahrplan fest: die Bemühungen zu verstärken, die Prävention zu stärken und sicherzustellen, dass politische Entscheidungen im Bereich der öffentlichen Gesundheit vor dem Einfluss der Industrie geschützt bleiben.

Umwelt und Verantwortung
Die Delegierten hoben die erheblichen Umweltauswirkungen von Zigarettenfiltern, Kunststoffen und Abfällen im Zusammenhang mit E-Zigaretten hervor. Obwohl keine Einigung über die Einleitung eines Verbotsverfahrens für Filter erzielt wurde, erkannte die COP11 deren Schädlichkeit an und ermutigte die Länder, strengere Vorschriften zu erlassen und sogar Mechanismen in Betracht zu ziehen, um die Industrie für diese Schäden verantwortlich zu machen.
Nachhaltige Finanzierung von Maßnahmen zur Tabakbekämpfung
Die Vertragsparteien betonten erneut, wie wichtig es ist, mehr in Präventionsprogramme zu investieren, insbesondere durch eine wirksamere Besteuerung, die als ein starkes Instrument zur Verringerung des Tabakkonsums gilt.
Ein zukunftsorientiertes Programm
Die COP11 befasste sich mit mehreren Themen, die für die zukünftige Tabakkontrolle wichtig sind. Die Delegierten diskutierten insbesondere sogenannte „Endgame“-Maßnahmen, wie generationenbezogene Verbote, um den Einstieg jüngerer Menschen in den Tabakkonsum zu verhindern. Zudem wurde eine Stärkung der zivil- und strafrechtlichen Verantwortung der Tabakindustrie (Artikel 19) geprüft. Die Arbeiten befassten sich ebenfalls mit dem Schutz von Umwelt und Gesundheit (Artikel 18) sowie mit der Regulierung von Inhaltsstoffen und der Transparenz der Bestandteile von Tabakprodukten (Artikel 9 und 10). Zusammen ebnen diese Themen den Weg für einen modernen und ambitionierten Ansatz, um den Rückgang des Tabakkonsums in den kommenden Jahren zu beschleunigen.
Die wachsende Herausforderung durch neue Nikotinprodukte
Zum ersten Mal standen E-Zigaretten, erhitzter Tabak und andere Nikotinprodukte im Mittelpunkt der Diskussionen.
Eine von Belgien organisierte Ministerrunde hob den alarmierenden Anstieg der Nikotinabhängigkeit bei Jugendlichen hervor, der durch digitales Marketing, Aromastoffe und die zunehmende Verfügbarkeit dieser Produkte begünstigt wird.
Ein bestätigtes großes Hindernis: Die Einmischung der Tabakindustrie
Die COP11 zeigte eine besorgniserregende Zunahme der Versuche der Tabakindustrie auf, die internationalen Diskussionen direkt oder indirekt zu beeinflussen. In mehreren Ländern nahmen Vertreter der Industrie oder ihr nahestehende Gruppen an offiziellen Vorbereitungstreffen teil, um nationale Positionen bereits vor Beginn der Verhandlungen zu beeinflussen.
Gleichzeitig stützt sich die Industrie zunehmend auf „Scheinorganisationen“, wie Verbraucherverbände oder Plattformen zur Förderung des Dampfens, die sich als unabhängig darstellen. Diese Gruppen verbreiten ihre Botschaften, insbesondere in sozialen Medien, und versuchen, die öffentliche Meinung zugunsten einer Lockerung der Vorschriften zu beeinflussen.
Artikel 5.3 verpflichtet die Vertragsstaaten, die Ausarbeitung, Umsetzung und Bewertung ihrer gesundheitspolitischen Maßnahmen vor kommerziellen Interessen zu schützen. Luxemburg, das das Rahmenübereinkommen 2005 ratifiziert hat, ist daher verpflichtet, besonders wachsam gegenüber jeder Form von Einflussnahme der Tabakindustrie zu bleiben.
Quellen :



