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E-Zigaretten und Nikotinbeutel: Welche Risiken für Jugendliche?

  • 17. Apr.
  • 3 Min. Lesezeit

In Luxemburg nimmt der Zigarettenkonsum bei jungen Menschen leicht ab. Diese Entwicklung verdeckt jedoch eine andere Realität: die zunehmende Vielfalt an Nikotinprodukten. E-Zigaretten und Nikotinbeutel erleben einen starken Aufschwung: Rund 26 % der 16- bis 24-Jährigen nutzen E-Zigaretten, und 16 % konsumieren Nikotinbeutel¹.



Diese Produkte werden oft als neue Generation „moderner“ Produkte dargestellt, manchmal sogar als Hilfe beim Rauchstopp. Tatsächlich sprechen sie jedoch vor allem junge Menschen an, die zuvor noch nie Nikotin konsumiert haben – insbesondere durch ihre Verfügbarkeit in verschiedenen Farben und Geschmacksrichtungen. Das Ergebnis: eine frühe Exposition gegenüber einer stark suchterzeugenden Substanz.


Nikotin: ein besonderes Risiko für junge Menschen


Nikotin wirkt direkt auf das Gehirn und kann sehr schnell abhängig machen. Ein gelegentlicher Konsum kann rasch regelmäßig werden – bis zu dem Punkt, an dem man das Gefühl hat, ohne Nikotin nicht mehr funktionieren zu können.


Dieses Risiko ist bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen besonders hoch, da sich ihr Gehirn noch in der Entwicklung befindet. Eine Nikotinexposition in dieser Phase kann Funktionen wie Aufmerksamkeit, Lernen und Impulskontrolle beeinträchtigen und die Wahrscheinlichkeit einer langfristigen Abhängigkeit erhöhen².


Einige neuere Studien zeigen zudem, dass eine Nikotinexposition im Jugendalter die Belohnungssysteme im Gehirn verändern und die Anfälligkeit für andere Abhängigkeiten im späteren Leben erhöhen kann³.


Die E-Zigarette


In Luxemburg wird die E-Zigarette derzeit gesetzlich als Tabakprodukt eingestuft. Im Gegensatz zur klassischen Zigarette kann sie nahezu überall und jederzeit verwendet werden, was einen häufigeren Konsum bei jungen Menschen begünstigt.


Ein weiteres zentrales Problem ist die Nikotindosierung, die oft schwer verständlich und je nach Flüssigkeit und Gerät unterschiedlich ist.


Dies kann zu einer hohen Nikotinaufnahme führen, mit möglichen Nebenwirkungen wie Übelkeit, Herzklopfen oder Vergiftungssymptomen im Falle einer Überdosierung⁴. Das Aerosol von E-Zigaretten enthält zudem chemische Substanzen, deren langfristige Auswirkungen noch nicht vollständig bekannt sind und die die Atemwege sowie das Herz-Kreislauf-System beeinträchtigen könnten⁵.


Nikotinbeutel


Nikotinbeutel – manchmal fälschlicherweise als „Snus“ bezeichnet – sind kleine Beutel, die unter die Lippe gelegt werden, um nach und nach Nikotin freizusetzen. Diese Produkte haben in den letzten Jahren, insbesondere bei jungen Menschen, an Beliebtheit gewonnen.


Ihr Hauptproblem ist ihre Unauffälligkeit: Sie können nahezu überall konsumiert werden, ohne Rauch oder Geruch. Diese einfache Anwendung kann einen regelmäßigen, sogar häufigen Konsum im Laufe des Tages fördern. Einige Produkte enthalten zudem hohe Nikotindosen.


Seit dem 1. Januar 2026 wurde der maximale Nikotingehalt dieser Produkte deutlich reduziert, und Nikotinbeutel sind nun in die Anti-Tabak-Gesetzgebung in Luxemburg integriert. Dennoch bleibt eine Herausforderung bestehen: Viele junge Menschen beziehen diese Produkte weiterhin online, wo das Angebot sehr groß ist.


Auf dem Weg zu einer tabakfreien … und nikotinfreien Generation


Das Ziel von Tabakfreies Luxemburg bis 2040 bleibt eine zentrale ambitionierte Zielsetzung der öffentlichen Gesundheit in Luxemburg. Das schnelle Auftreten neuer Nikotinprodukte erschwert jedoch diesen Weg.


Diese Produkte werden als Alternative zu Tabak dargestellt, können aber auch als Einstieg in eine Nikotinabhängigkeit dienen – und für einige junge Menschen auch in das Rauchen führen⁶.


Die Prävention muss sich daher an diese neuen Realitäten anpassen. Junge Menschen zu informieren, diejenigen zu unterstützen, die aufhören möchten, und daran zu erinnern, dass Nikotin eine suchterzeugende Substanz bleibt, sind wesentliche Maßnahmen, um unsere Jugend besser zu schützen.


Quellen

  1. Enquête ILRES – Tabagisme au Luxembourg 2024 :https://maviesanstabac.lu/tabagisme-au-luxembourg-enquete-2024/ 

  2. Castro EM, Lotfipour S, Leslie FM. Nicotine on the developing brain. Pharmacol Res. 2023 Apr;190:106716. doi: 10.1016/j.phrs.2023.106716. Epub 2023 Mar 1. PMID: 36868366; PMCID: PMC10392865.

  3. Reynolds LM, Faure P, Barik J. Adolescent nicotine exposure and persistent neurocircuitry changes: unveiling lifelong psychiatric risks. Mol Psychiatry. 2025 Nov;30(11):5534-5545. doi: 10.1038/s41380-025-03110-0. Epub 2025 Aug 29. PMID: 40883452; PMCID: PMC12532584.

  4. Nicotine Poisoning – The Royal Children’s Hospital Melbourne : https://www.rch.org.au/clinicalguide/guideline_index/nicotine_poisoning/ 

  5. Nurshad Ali, Joseph Xavier, Melih Engur, Mohanan PV, Jorge Bernardino de la Serna, The impact of e-cigarette exposure on different organ systems: A review of recent evidence and future perspectives,Journal of Hazardous Materials, Volume 457, 2023, 131828, ISSN 0304-3894, https://doi.org/10.1016/j.jhazmat.2023.131828.

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